Der Bilderzyklus Spuren ist aus Photomaterial entstanden, gewonnen auf Industriebrachen und alten Schrottplätzen und durch digitale Bildbearbeitung verfremdet. Die so entstandenen Bilder haben keinen dokumentarischen Anspruch. Sie verleugnen ihre Herkunft insofern, als sie nur die “romantische” Seite des Verfalls zeigen: die Formen- und Farbenvielfalt von bröckelnden Putzflächen, blühendem Rost, verspritzten Farbresten, Rissen im Mauerwerk… Dingen also, die sich in der Zeit unter dem Einfluß von Wasser, Luft und Sonne verändern. Was sonst unter dem Gesichtspunkt des Verfalls betrachtet wird, erscheint mir Bereicherung zu sein, ein Zugewinn an Komplexität, an Reichhaltigkeit von ineinander gewachsenen Strukturen. Die glatte Oberfläche sprengt auf und ein vielfältiges Innenleben drängt nach Außen. Die scheinbare Unordnung ist aus Überlagerungen von Anordnungen geboren, die, naturwüchsig wie sie sind, ein Eigenleben führen.

Der Zyklus besteht aus 42 Bildern.