Viele Menschen suchen den Ochsen, doch Wenige haben ihn je gesehen (Bauhausarchiv Berlin 1992) ein multimediales Event für zwei Akteure, Tuba, Violoncello. Schlagzeug, Klavier und Lichtbildprojektionen.

"An den Flanken der Räume sind durchbrochene Spiegelflächen montiert. Ansonsten sind die Wände weiß, es ist nahezu dunkel, nur Dia-Projektoren erleuchten wechselhaft das leere Ambiente.

Die Bilder entwickeln eine Choreographie von Licht und Schatten. Abfolgen von Farbflächen und Schwarz-Weiß-Masken gliedern den Raum in Zonen aus Licht und Körper aus Dunkelheit. Von den acht Projektoren sind je drei auf die spiegelnden Flächen gerichtet. Die Spiegel zerreißen die Dia-Bilder und strahlen sie als Lichtkegel in die Weite des Raumes, es entstehen Skulpturen aus Licht und Schatten. Verarbeitet sind Bilder aus dem Gegenstandsbereich Ballett und Kalligraphie. Die Bewegungsfiguren der Tänzer entsprechen dem Schriftkörper des Pinselschwungs. Sind die einen zum Bild erstarrter Tanz, so sind die anderen Resultate vom Tanz des Pinsels auf dem Papier. Im Mittelpunkt steht nicht der Gehalt der einzelnen Bilder, die dargestellten Personen, Posen, Perspektiven, ausschlaggebend sind vielmehr die Rhythmen der Bewegungslinien aus Licht- und Farbwerten. Es handelt sich um eine Art computergesteuerter Lichtregie, eine Projektions-Installation."

(Frank Hilberg)